Dr. Wilhelm Meiners. © TRUMPF

Wir stellen uns vor:

Dr. Wilhelm Meiners –
TRUMPF Laser- und Systemtechnik GmbH

Mein Slogan für den Forschungscampus DPP:

Man muss etwas Neues machen, um etwas Neues zu sehen.

 

Ein Zitat von Georg Christoph Lichtenberg (deutscher Physiker, 1742-1799).

Passt für mich in dreifacher Hinsicht:

  1. Stimmt für die Forschung im Allgemeinen und der damaligen SLM-Entwicklung im Speziellen.
  2. Passt für das neue Format des Forschungscampus.
  3. Passt für mich aufgrund meines Wechsels von der Forschung zur Industrie.

 

Der Weg zur Lasertechnik

 

Herr Dr. Meiners, wie sind Sie zur Lasertechnik gekommen?

Das war Ende 1989: Als Student der Physik an der RWTH Aachen stieß ich auf eine HiWi-Stellenausschreibung des Fraunhofer Institut für Lasertechnik ILT. Ich wollte damals auf jeden Fall zu Fraunhofer, da sie industrienah und praxisnah ausgerichtet waren und so mehr Möglichkeiten im Bereich Technologieentwicklung boten. So ging es für mich zur Prozessüberwachung mittels Plasmaspektroskopie beim Laserschweißen. Ich schrieb meine Diplomarbeit und fragte mich wie es für mich beruflich wohl weitergehen könnte. Zwei offene Promotionsstellen hatten es mir besonders angetan: Wieder das Thema Plasmaspektroskopie oder eine Stelle bei Dr. Kurt Wissenbach im Bereich Additive. Das war mal was Neues! Ich stellte fest, dass mich genau das besonders reizte und auch bis heute antreibt: Aus Nichts etwas Neues, wirklich Neues, zu entwickeln.

So blieb ich am Fraunhofer ILT bis ich nach 25 Jahren, im Jahr 2018, die Gelegenheit erhielt, eine Expertenposition bei TRUMPF zu übernehmen, in der ich mich ausschließlich der Technologieentwicklung widmen kann. Das macht mir am meisten Freude.

Wie sieht für Sie ein typischer Arbeitstag im Forschungscampus DPP aus?

 

Es gibt zwei Varianten eines typischen Arbeitstags für mich, die ortsabhängig sind: Wenn ich bei TRUMPF in Ditzingen bin, nehme ich hauptsächlich an Besprechungen teil. Bin ich hier in Aachen, am Forschungscampus DPP, ist mein Arbeitstag ein  anderer: Hier gibt es für mich  kaum Störungen im Tagesablauf. Es gibt weniger Besprechungen, die mich aus meinem Denkprozess herausreißen könnten. Auf diese Weise kann ich inhaltlich nachdenken: am Stück, mir Ideen zurechtlegen, wieder verwerfen oder in andere Richtungen lenken. Das funktioniert am besten ohne Unterbrechungen.

Typisch für meinen Alltag in Aachen ist aber auch, dass ich mich produktiv mit Kolleginnen und Kollegen austauschen kann: Die gemeinsame Nutzung der Infrastruktur vor Ort z.B. ist sehr hilfreich und praktisch, denn man kann „einfach mal rüber gehen“ und zusammen mit den Kollegen z.B. am REM Proben analysieren und das Ergebnis diskutieren.

Mein Kollege Dr. Jeroen Risse und ich diskutieren regelmäßig miteinander, um ein klareres Bild unserer Vorgehensweise zu bekommen. So durchdringen wir Themen inhaltlich viel intensiver. Ich mag diese Atmosphäre, in der Wissen entstehen kann, sehr. Ich fühle, dass ich am Geschehen „dran“ bin. Die Arbeit hier im Forschungscampus ist für mich sehr gehaltvoll.

 

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit im Forschungscampus DPP am besten?

 

Ganz klar der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen auf inhaltlich hohem Niveau! Am Forschungscampus DPP habe ich das Gefühl, ganz vorne mitarbeiten zu können.  Ein Vorteil ist zudem, dass wir von TRUMPF früh genug mitbekommen können „wohin es gehen soll“ und was kommen wird – noch bevor es auf dem Markt oder bei Konferenzen zu finden ist. Oftmals erfährt man die neuesten Trends ja sonst erst, wenn sie sich bereits dort tummeln.

Mir gefällt das Arbeiten im Forschungscampus, weil wir durch die Zusammenarbeit in kleinen Gruppen mit „Gleichgesinnten“ die Möglichkeit zur intensiven Diskussion der Forschungsaktivitäten und experimentellen Ergebnisse haben, ohne dem Druck gerecht werden zu müssen, kurzfristig im Markt umsetzbare Innovationen zu erzeugen. Echte Innovationen entwickelt man nicht tagtäglich am Fließband. Da bedarf es, in die Tiefe zu gehen, Prozesse zu überdenken, Fehler zu machen, um die eigenen Ideen und Ansätze weiterzuentwickeln. Der Forschungscampus schafft dazu die richtige Arbeitsatmosphäre, da hier das vorrangige Ziel darin besteht, gemeinsam grundlegendes Wissen und Prozessverständnis zu erzeugen.

 

Sie wurden von Ihrem Unternehmen in den Forschungscampus entsandt – wie gestaltet sich die Aufteilung der Arbeit für den Campus und Ihr Unternehmen?

 

Die gestaltet sich relativ einfach. Ich pendle zu einem Drittel nach Ditzingen und zu zwei Dritteln bin ich hier in Aachen. In Ditzingen bin ich hauptsächlich für Besprechungen, berate wie wir bei TRUMPF unser gewonnenes Know-how einsetzen können, in welche Richtung wir gehen könnten, stimme unsere Vorgehensweisen in Projekten mit den Kollegen ab. Vor Ort in Aachen arbeite ich stärker inhaltlich, mache viel Analytik, vorbereitende Arbeiten und überlege wie wir welche Themen angehen. Zudem suche ich nach neuen Themen und halte meine Augen und Ohren offen.

 

Lieber Herr Dr. Meiners, wir danken Ihnen für Ihre Zeit und die spannenden Einsichten in Ihre Arbeitswelt am Forschungscampus DPP und im Unternehmen TRUMPF!