Inhaltlich neu aufgestellt: Forschungscampus DPP erfolgreich in die 2. Förderphase gestartet

Aachen. Am 01. Oktober 2020 ist der Forschungscampus Digital Photonic Production DPP in die 2. Förderphase gestartet. In diesem Rahmen stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung für fünf Jahre bis zu 2 Millionen Euro Förderung pro Jahr für den weiteren Aufbau des Forschungscampus DPP zur Verfügung. Mit einem weiterentwickelten Konzept und 13 neuen Industriepartnern eröffnen sich somit neue Möglichkeiten zur gemeinsamen Grundlagenforschung unter einem Dach. Das Ziel: Den Forschungscampus DPP zum „place-to-be“ der Photonikbranche zu machen. Der RWTH Aachen Campus als Standort nimmt dabei eine Schlüsselrolle in der Umsetzung ein. Kreative Lösungen ermöglichen aktuell trotz Einschränkungen durch COVID-19 eine reibungslose Online-Zusammenarbeit.

Um zielgenauer forschen zu können, hat sich der Forschungscampus DPP in der 2. Förderphase inhaltlich neu aufgestellt: Mit den Kompetenzfeldern Digital, Photonic sowie Production und den Anwendungsfeldern Additive Production sowie Subtractive Production soll anwendungsnahe Grundlagenforschung zu Schlüsseltechnologien, -kompetenzen und -komponenten auf höchstem Niveau betrieben werden können. Innerhalb der Anwendungsfelder bildet die Integration in industrielle Prozessketten den Schwerpunkt.

Insgesamt 17 interdisziplinäre Sprintteams, bestehend aus je 3-8 Mitarbeitenden aus Wissenschaft und Wirtschaft, finden sich in regelmäßigen zweiwöchigen Sprints zusammen und setzen sich halbjährlich neue inhaltliche Ziele. Dabei greifen sie auf das SMART-Prinzip zurück. Die Sprintteams präsentieren ihre Ergebnisse, ebenfalls halbjährlich, auf den Vollversammlungen des Forschungscampus DPP. Diese sollen sich so zu einem regelmäßigen „Markt der Möglichkeiten“ für alle Partner entwickeln. Regelmäßige Diskussion und Bewertung ermöglichen es allen Partnern, sich wechselseitig neue Anknüpfungspunkte zu erarbeiten.

Neben der physischen Zusammenarbeit unter einem Dach wird die Dokumentation und Kommunikation durch das neue Intranet des Forschungscampus DPP sichergestellt. „Mit unserer Idee einen Open-Know-how-Pool zu schaffen, entwickeln wir einen inhaltlich wertvollen Wissensspeicher, der allen Forschungscampus DPP-Partnern zur Verwertung zur Verfügung stehen wird. Das gilt ausdrücklich auch für weiterführende Projekte“, erklärt Dr. Christian Hinke, Leiter des Forschungscampus DPP.

Das weiterentwickelte Konzept für die 2. Förderphase zielt auf eine agile und zugleich flexible Projektorganisation ab, die durch COVID-19 noch an Bedeutung gewonnen hat. Physische Treffen sind vor Ort derzeit nicht umsetzbar, sodass die Kommunikation der Sprintteams und damit auch die dazugehörigen zweiwöchigen Sprints nun mit Hilfe von Konferenztools wie zoom oder Microsoft Teams durchgeführt werden. Auch das beliebte monatliche Networking-Treffen – der „Third Thursday“ – findet seit Mai ausschließlich online statt und erfreut sich, mit höheren Besucherzahlen denn je, größter Beliebtheit.

„Einerseits ist das ein großer Erfolg für uns, andererseits ist uns klar, dass nicht alles online ersetzt werden kann“, beschreibt Dr. Christian Hinke die Erfahrung. „Wissenschaftlicher Austausch wird immer auch von spontanen Begegnungen und Gesprächen profitieren.“ Dennoch gilt: „Trotz derzeit erschwerter Umstände wollen wir dazu beitragen, Aachen als Innovationsstandort der Photonikbranche zu etablieren. Ebenso soll das Konzept Forschungscampus ein inspirierendes Beispiel für zukünftige Arbeitsweisen sein.“

Abb. 2: Erster Sprint des Sprintteams 2 „Entwicklung von angepassten Legierungssystemen für das laserbasierte Additive Manufacturing“. Leitung: Dr. Christian Haase (RWTH Institut für Eisenhüttenkunde IEHK) und Patrick Köhnen (RWTH Lehrstuhl für Digital Additive Production DAP). Weitere Infos zu Abb. 2: Durch intensive Zusammenarbeit von Forschung und Industrie werden im Sprintteam 2 „Entwicklung von angepassten Legierungssystemen für das laserbasierte Additive Manufacturing“ neue Methoden für die AM-gerechte Entwicklung von verbesserten Nickelbasissuperlegierungen für den Aerospace-Sektor erarbeitet. Im erfolgreich abgeschlossenen 1. Sprint konnten die Anforderungen an den zu entwickelnden AM-Werkstoff und die Herausforderungen definiert werden, um in den kommenden Wochen den Start-schuss für erste experimentelle Versuche und Simulationen zu setzen. © Forschungscampus DPP, Aachen.

Weitere Informationen zum Forschungscampus DPP

Als Teil der deutschlandweiten Förderinitiative „Forschungscampus – öffentlich-private Partnerschaft für Innovationen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung BMBF untersucht der Forschungscampus DPP neue Methoden und grundlegende physikalische Effekte für die Nutzung von Licht als Werkzeug in der Produktion der Zukunft. Für diese Forschungsprogrammatik bündeln RWTH Aachen University, Fraunhofer-Gesellschaft sowie inzwischen rund 26 Industrieunternehmen ihre Ressourcen komplementär an einem gemeinsamen Standort: Im Cluster Photonik auf dem RWTH Aachen Campus stehen den interdisziplinären Forscherteams circa 5000 qm² Büro- und Laborfläche für die gemeinschaftliche Bearbeitung komplexer Forschungsfelder der Lasertechnik zur Verfügung.

Im Rahmen der Hightech-Strategie der Bundesregierung unterstützt das BMBF mit dieser Initiative die strategische und langfristige Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft „unter einem Dach“.

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