Industry Building DPP auf dem Gelände des Cluster Photonik: Hier forscht der Forschungscampus DPP. ©Fraunhofer ILT / Volker Lannert.

GEMEINSAME FORSCHUNG
GEMEINSAME ZIELE
GEMEINSAMES DACH

Der Forschungscampus DPP bietet seinen Partnern
aus Wissenschaft und Industrie einen gemeinsamen Ort
für die inter- und transdisziplinäre Forschung.
Durch die räumliche Nähe findet so nicht nur der Transfer
von explizitem Wissen statt: Auch implizites Wissen,
wie etwa Vorgehensweisen, Methoden und Kultur
fördern die innovative Forschungsarbeit für die
Digital Photonic Production.

Über uns

Im Rahmen der Förderinitiative „Forschungscampus – öffentlich-private Partnerschaft für Innovationen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung BMBF schafft der Forschungscampus Digital Photonic Production DPP eine gemeinsame Struktur, in der eine neuartige Form der Kooperation gelebt wird – gemeinsam, langjährig und unter einem Dach. Partner aus Wissenschaft und Industrie definieren, erforschen und beantworten Fragestellungen der Photonik mit Fokus auf die Nutzung des Lasers als Werkzeug für die produzierende Industrie der Zukunft. Für diese gemeinschaftliche Forschungsarbeit wird der Campus über einen Zeitraum von insgesamt 15 Jahren mit bis zu 2 Millionen Euro pro Jahr nachhaltig durch das BMBF gefördert.

Gemeinsam den Innovationsstandort Deutschland stärken

Individualisierung der Produkte steigern, Kosten in der Herstellung senken – noch sind diese Anforderungen paradox.
Gegenwärtig liegt die Herausforderung der deutschen Industrie jedoch genau darin: kundenspezifische Produktanforderungen befriedigen, die Produktauslegung gleichzeitig kostengünstig gestalten und darüber hinaus eine Mindeststückzahl sichern; denn nur so ist es den produzierenden Unternehmen möglich, wirtschaftlich und vor allem wettbewerbsfähig zu agieren.
Die digitale photonische Produktion stellt einen vielversprechenden Ausweg aus diesen gegensätzlichen Aufgaben dar.

Aus diesem Grund beschäftigt sich der Forschungscampus DPP ganzheitlich mit der industriellen Produktionskette ‒ vom Bauteildesign über die Systemtechnik bis hin zu vor- und nachgelagerten Fertigungsschritten.
Die Vision: die hochqualitative Herstellung von individuellen Bauteilen unabhängig von ihrer Losgröße oder Geometrie aus digitalen Daten mittels Laserstrahlung.

Die gemeinschaftliche, interdisziplinäre und langfristige Arbeit unter einem Dach ist dabei der Schlüssel zum Erfolg. Am gemeinsamen Standort werden Know-how und Ressourcen gebündelt, können Aufgabenstellungen miteinander und ohne Zeitverzögerung diskutiert und Lösungsansätze in gemeinsam genutzten Laboren erprobt werden. So werden Innovationszyklen verkürzt und die Schwelle für den Weg in die industrielle Produktion wird niedrig gehalten.

Gemeinsam, inter- und transdisziplinär

Eine langjährige und systematische Zusammenarbeit von Partnern aus Wissenschaft und Industrie an einem gemeinsamen Standort ist neben den Forschungsvorhaben das Ziel des Forschungscampus DPP.

Der Benefit dieser neuartigen Kooperation liegt  in der so ermöglichten Bündelung von Know-how und Ressourcen für die vorwettbewerbliche Grundlagenforschung. Strahlquellen- und Systementwickler, Prozessspezialisten und Anwender arbeiten unter einem Dach und können Aufgabenstellungen miteinander und ohne Zeitverzögerung diskutieren und Lösungsansätze in gemeinsam genutzten Laboren erproben. Durch die räumliche Nähe findet so nicht nur der Transfer von explizitem Wissen statt, sondern vor allem auch der Austausch von implizitem Wissen, wie etwa Vorgehensweisen, Methoden und Kultur.

Die RWTH Aachen University, Institute der Fraunhofer-Gesellschaft und mehr als 20 Industriepartner sind bereits Teil dieser innovativen Struktur.

Gemeinsam entlang der Roadmap

Die Zusammenarbeit der Partner wird in kollektiv abgestimmten Technologie-Roadmaps definiert. Im Roadmapping-Prozess gleichen die Partner ihre strategischen kurz-, mittel- und langfristigen Forschungsziele ab und definieren gemeinsame Forschungsprojekte.

Entsprechend der so abgesteckten und bedarfsorientierten Themenbereiche, arbeiten fünf Forscherteams entlang der Technologie-Roadmap, beispielsweise an grundlegenden Aspekten der Lichterzeugung, neuen Möglichkeiten der Strahlführung- und formung oder physikalischen Modellen zur Wechselwirkung von Licht, Material und Funktionalität.

Starke Partner aus Wissenschaft und Industrie

Die Partner des Forschungscampus DPP arbeiten mit eigenem Personal in eigenen, angemieteten Büro- und Laborräumen. Darüber hinaus stehen den Partnern gemeinsam genutzte Labor- und Open-Space-Flächen für die gemeinsame Forschung zur Verfügung.

Mit der Beteiligung am Forschungscampus DPP erhalten die industriellen Partner zusätzlich die Möglichkeit, ihre Mitarbeiter an Aus- und Weiterbildungsangeboten der RWTH Aachen teilnehmen zu lassen. Sie können beispielsweise Veranstaltungen besuchen und von der RWTH Aachen University zertifizierte Abschlüsse bis hin zur Promotion erwerben. Von der systematischen Einbindung der Wirtschaft in den Forschungscampus soll letztlich auch die universitäre Ausbildung profitieren, etwa durch einen erhöhten Praxisbezug.

Wer zählt zu unseren Partnern?

Die RWTH Aachen University ist durch den Lehrstuhl für Lasertechnik LLT, den Lehrstuhl für Digital Additive Production DAP, den Lehrstuhl für Technologie Optischer Systeme TOS sowie das Lehr-/Forschungsgebiet für nichtlineare Dynamik der Laser-Fertigungsverfahren NLD vertreten.

Außerdem sind das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT sowie das Institut für Produktionstechnik IPT teil des Forschungscampus DPP.

Zu den Industriepartnern zählen große Industriekonzerne wie BMW AG, MTU Aero Engines AG, Philips Photonics GmbH sowie TRUMPF GmbH & Co. KG. Aber auch kleine- und mittelständische Unternehmen wie Amphos GmbH, Innolite GmbH, ModuleWorks GmbH, SLM Solutions Group AG sowie LightFab GmbH.

Aachen: Internationaler Innovationsstandort der Lasertechnik

Der zentrale Standort des Forschungscampus DPP ist das 2016 eröffnete Industry Building DPP mit rund 6.000 m2 Büro‐ und Laborflächen. Die Büroflächen wie auch die Infrastruktur in den Laboren werden für die gemeinsame Forschungsarbeit von allen Partnern genutzt. Zusätzlich laden gemeinsam nutzbare Open-Space Flächen alle Partner zum Austausch und Networking ein.

Das Gebäude befindet sich im Cluster Photonik auf dem RWTH Aachen Campus, der sich über etwa 2,5 km2 erstreckt und zu einer der international bedeutendsten Technologielandschaften heranwächst. Das Cluster Photonik ist eines der ersten sechs Kompetenz-Cluster auf dem Campus, das die thematische Klammer um die Aktivitäten auf dem Gelände setzt.

Das I3-Research Center Digital Photonic Production DPP 

In direkter Nähe zum Industry Building DPP wird künftig das Research Building DPP eröffnet. Dort nimmt das „Research Center for Digital Photonic Production“ (RCDPP) als sogenanntes „I3 – Integriertes Interdisziplinäres Institut“ der RWTH Aachen University seine Forschungsarbeiten auf.
Mit diesem Format realisiert die RWTH Aachen eine neue und zukunftsweisende Form der fachübergreifenden, universitären Zusammenarbeit. Insgesamt 16 Institute aus 6 Fakultäten erforschen im I3-RCDPP gemeinsam die Nutzung der einzigartigen physikalischen Eigenschaften des Photons für die Produktion der Zukunft.

Damit bildet das I3-RCDPP einen weiteren Baustein im Netzwerk des Forschungscampus DPP: Die räumliche und strukturelle Nähe der Gebäude auf dem Gelände des Cluster Photonik bietet die einmalige Chance zum kontinuierlichen, direkten Austausch universitärer Forschung und industrieller Entwicklung.

Außerdem befinden sich die Fraunhofer-Institute für Lasertechnik ILT und Produktionstechnik IPT sowie das Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen University in direkter Nachbarschaft.

Organisation und Ansprechpartner

Der Forschungscampus DPP besteht aus mehreren Partnern, die aus dem universitären Umfeld, der Auftragsforschung und der Industrie stammen.

Ihre Zusammenarbeit im Forschungscampus ist durch einen Forschungscampus-Kooperationsvertrag geregelt. Alle Mitarbeiter im Forschungscampus sind Angestellte ihrer jeweiligen Organisation ‒ Wirtschaftsunternehmen oder Forschungseinrichtung ‒ und werden langfristig in den Forschungscampus entsandt.

Die Partner sind thematisch in fünf Forschergruppen unterteilt. Ihre Forschungsarbeit verläuft entlang einer gemeinsam definierten Technologie-Roadmap. Neben den fortlaufenden Forschungsaufgaben, evaluieren die Gruppen die zu Beginn definierte Roadmap in halbjährlichen Statustreffen. Dieser Prozess findet in einzelnen Workshops aber auch im Plenum statt, sodass themenübergreifende Schnittstellen zwischen den Gruppen identifiziert werden können.

Zu jeder Forschergruppe gibt es jeweils einen Roadmap-Sprecher aus der Industrie und der Wissenschaft. Die Roadmap-Sprecher verantworten die Roadmaps und sind für die Koordination der Forschungsarbeiten innerhalb der thematischen Arbeitsgruppen zuständig.

Der Koordinator des Forschungscampus DPP übernimmt das Management sowie den Aufbau und die Organisation der Geschäftsstelle. Außerdem repräsentiert ein Sprecher den Forschungscampus in der Öffentlichkeit, der zudem ein Vetorecht in Fragen der grundlegenden wissenschaftlichen Ausrichtung besitzt.

Alle Partner, die Sprecher sowie der Koordinator des Forschungscampus sind Teil des Lenkungskreises. Der Lenkungskreis ist übergeordnet für das Roadmapping und die thematische Orientierung der Forschungsarbeiten verantwortlich; die Ausrichtung der Themenschwerpunkte wird einmal pro Halbjahr definiert. Zusätzlich werden die Roadmapping- und Validierungsprozesse festgelegt.

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